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1 Tagesticket, 100 Sommermomente
Video: DTS

1 Tagesticket, 100 Sommermomente

Zürich Stadelhofen. Abfahren!
«Morning Has Broken» von Cat Stevens säuselt aus meinem Kopfhörer und ich sitze mit meinem Kaffeebecher auf dem Sechseläutenplatz. Um mich herum wuselt Zürich an seine ersten Termine des Tages. Ich bin ganz entspannt, doch mein Zeitplan ist heute genauso busy wie der einer Biene im Lavendelfeld. Nochmals einen Blick in den Rucksack: Badehosen? Sonnencreme? Grillgemüse? Wasserflasche? Alles dabei. Und falls nicht: Letzte Einkaufstour am Bahnhof Stadelhofen. Dann geht es mit der S6 oder S16 nach …

Küsnacht. Wandern & Wundern.
Abenteuermodus: aktiviert. Vom Bahnhof Küsnacht geht es mit dem Bus 919 bis nach Itschnach, Dorf. Um das angrenzende Küsnachter Tobel ranken sich genügend Storys, um eine Staffel «Game of Thrones» zu füllen. So soll in der Drachenhöhle einst ein Lindwurm gewütet haben, bis er von einem Ritter mit Fesseln aus Diamanten gebändigt wurde.

Ich folge dem Bach von seinem über 12 Meter hohen Wasserfall durch den dichten Wald zurück ins Dorf. Von Donnerstag bis Samstag ist ein Besuch im C.G. Jung Museum Pflicht. Hier hat der Schweizer Psychiater mit Gattin Emma 50 Jahre lang gelebt, gearbeitet – und einen fabelhaften Garten unterhalten. Perfekt, um meine Füsse kurz auszustrecken. Ebenso spannend: das Ortsmuseum Küsnacht. Hier wird unter anderem die Frage beantwortet: «Bitte was, hier lebten mal Nashörner!?»

Männedorf. Kaffeepause.
Next stop: Männedorf. Allein schon, um die Ortsflagge im Wind zu sehen: ein Otter auf gelbem Grund. Dazu nehme ich von Küsnacht die S6 bis Uetikon und dann die S7 bis Otter Town.

Meine tägliche Kaffeedosis habe ich bereits intus und will für den Rest vom Tag nicht vibrieren wie ein Handy auf lautlos. Doch das hält mich nicht ab vom Besuch einer der besten Kaffeeröstereien im Kanton. Im Corto Caffè findest du ganze oder gemahlene Arabica-Bohnen, deren Geschmack dich auf Milchschaumwolke 7 hebt. Zum Glück habe ich noch etwas Platz im Rucksack für eine frisch geröstete Tüte übrig.



Von der Drachenhöhle bis zur Otter-Stadt – das Gebiet um den Zürisee bietet Abwechslung pur und egal wohin du willst:
Der ZVV fährt dich hin.

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Hombrechtikon: Wassermarsch
Plot Twist! Du hast geglaubt, ich gehe im Zürisee baden? Dort schwimme ich eh schon den ganzen Züri-Summer lang wie ein Pedalo-Anlegeplatz. Stattdessen nehme ich die S7 bis Stäfa. Dort geht es mit dem Bus 955 bis nach Hombrechtikon, Krone. Von dort ist es ein Katzen-, oder, äh, Wasserrattensprung bis in den Lützelsee. Umgeben von einem Naturschutzgebiet, fühlt es sich hier an, als plansche man in einem Bild von Bob Ross. Statt Happy Little Trees trage ich Happy Little Zweige zusammen und brutzle an der Feuerstelle meinen Grill-Idyll-Zmittag.

Rapperswil. Schiff ahoi!
Aufgegessen. Abgetrocknet. Weiter geht’s. Und zwar mit dem Bus 880 von Hombrechtikon, Post bis Bubikon, Bahnhof. Von dort bringt mich die S15 nach Rapperswil. Hm. Eigentlich würde mich jetzt ein Abstecher ins Enea Baummuseum von Jona reizen. Aber am Hafen holen sie bereits die Schiffsleinen ein. Daheim habe ich ja wenigstens einen Basilikumstrauch am Küchenfenster zum Bewundern. Trotzdem: Solltest du Zeit haben, lass dir diese 75’000 Quadratmeter grosse Schatzkammer der Natur nicht entgehen. Ach, und apropos Natur: Weisst du, warum Rapperswil als Rosenstadt bekannt ist? Nein? Dann gib dir doch mal eine Stadtführung, da erfährst du mehr zum Spitznamen und zur Geschichte von Rappi.

Richterswil. Kleiderwechsel.
Captain Ron’s Log: Mit der Schiffsroute 3730 geht es vorbei an der Insel Ufenau nach Richterswil. Ruhiger Wellengang, kein Eisberg in Sicht. Am Hafen spuckt ein Weltrekord in den Himmel: Die Fontäne Richterswil spritzt Wasser in einer Höhe von 101 Metern. Damit ist sie der weltweit höchste Springbrunnen, der ohne Pumpe und nur mit Schwerkraft läuft.

Oh, übrigens. Seit dem Mittagessen habe ich wieder Platz im Rucksack. Hat jemand Shoppingtour gesagt? Nein? Egal. Die Stimme in meinem Kopf gefällt mir und auras fair & style ist nur ein Steinwurf vom Bahnhof. Hier wird seit 2009 Mode verkauft, die zu 100% fair hergestellt wird. Und: Ab einem Kauf von 100 Franken zahlt dir das auras bis zu 20 Stutz für dein Bahnticket. So schnell kann sich eine gute Tat auszahlen.



Du hast gerade keine 100 Stutz vorig? Brauchst du auch nicht, um auf dem Zürcher Schienennetz etwas zu erleben.
Der ZVV hat reichlich preiswerte Angebote für Erlebnisse und Events im ganzen Kanton.

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Bild: Zürcher Verkehrsverbund (ZVV)

Sihlwald. Jetzt wird’s wild
Die Fahrt mit der S2 oder S8 in Richtung Horgen ist eine Zumutung für meinen Handyakku. Denn eigentlich will ich die ganze Strecke filmen, während das fabelhafte Seepanorama an mir vorbeizieht. Doch meine eigentlichen Fotomodelle (vierbeinig übrigens) liegen noch vor mir. Vom Bahnhof Horgen nehme ich den Bus 137 bis Sihlwald, Bahnhof. Und plötzlich überkommen mich die Wogen der Kindheitserinnerungen wie ein Wellenband im Alpamare.

Der Wildnispark Sihlwald und der angrenzende Tierpark Langenberg sind eine Naturarena, in der jeden Tag kleine und grosse Geschichten geschrieben werden: Schmetterlinge, die von Blume zu Blume flattern. Wildschweine, die durchs Gehölz grunzen. Und mit etwas Glück siehst du aus unmittelbarer Nähe einen Bären an seinem Badetag. Mein Tipp: Unbedingt das Müsli-Hüsli besuchen. Plötzlich hätte man selbst gerne ein paar Nager, die daheim durch die Küche flitzen. Oder, äh, vielleicht doch nicht.

Thalwil. Gelato. Endlich!
Ron, wann gibt’s endlich Glace? Ron! Es ist schon lange nach Mittag und noch immer kein Glace?! Ron, was hat sechs Buchstaben und muss dringend auf meiner Zunge schmelzen? Gelato! Ok, ok, OK! Geht mir auch so. Deshalb schlendere ich vom Tierpark bis zur Station Langnau am Albis, Unteralbis. Von dort fährt der Bus 240 bis zum Bahnhof von Thalwil. Hier schnappe ich mir im Eisladen eine Kugel der Matcha-Erdbeer-White-Chocolate-Mischung. Anschliessend flaniere ich runter zur Seeanlage Farb. Vom Steg lasse ich meine Füsse ins Wasser baumeln. Abkühlung von oben bis unten. Vor mir: ein blaues Wunder namens Zürisee. Liebs!

Zürich. Café de Paris oder Cactus de Wollishofen?
Hoi Züri, missed me? Mit der S8 oder S24 komme ich in Wollishofen an. Gömmer no i d’Sukki?! Unbedingt. Die Sukkulenten-Sammlung ist schliesslich die artenreichste und bedeutendste Stachel-Kollektion der Welt. Über 20’000 Kakteen aus mehr als 4’400 Arten gibt es hier zu bestaunen. Darunter auch die Königin der Nacht (Selenicereus grandiflorus), die nur einmal pro Jahr ihre nach Vanille duftende Blüte offenbart. Dieses Jahr habe ich das Spektakel leider verpasst, aber dank dem Newsletter vom Förderverein der Sukkulenten-Sammlung, weiss ich im 2027 frühzeitig Bescheid.

Statt Vanille dufte ich jetzt Entrecôte. Und zwar im Restaurant Bürgli. Auf dessen Terrasse lasse ich mir die Spezialität des Hauses im Mund zergehen. Die Geschichte des denkmalgeschützten Anwesens reicht bis 1864 zurück. Heute geniesst man hier Pariser Bistro-Charme mit Blick auf den Zürisee.



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Zürich Bürkliplatz. Abspannmusik.
Nach dem Essen ist vor dem Spaziergang. Dieser führt mich das Mythenquai entlang, vorbei am Hafen Enge, durchs Arboretum und schliesslich zur Tonhalle am Bürkliplatz. Eigentlich könnte ich mir jetzt ein klassisches Konzert gönnen, während wie im Hollywood-Film die Credits zum Schluss laufen. Doch dem schönen Teppich möchte ich meine weichgelatschten Wanderschuhe nicht zumuten. «All Night Long» von Lionel Richie spielt aus den Boxen, als ich mit einem White Port Tonic auf der Terrasse vom Lux sitze. Ich blicke bis zu den Alpen und denke: Einmal um den See und dabei Erinnerungen für einen ganzen Sommer gesammelt. Echt abgefahren.

 


 

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) entstanden.