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16 Okt. 2025
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an einer party kann man sich den kopf aufschlagen und gute gespräche führen: zum beispiel über (fehlende) freiräume in zürich

an einer party kann man sich den kopf aufschlagen und gute gespräche führen: zum beispiel über (fehlende) freiräume in zürich

ich hatte mir an der party partei party nicht nur den kopf aufgeschlagen (inzwischen tut mir der arsch jedoch mehr weh), sondern auch mit sasha cisar ein tolles gespräch geführt (u.a. mit bezug auf einen facebook-diskurs bei lando rossmaier zum thema zürich/agglo/stadtentwicklung)

einleitung
andernorts in meinem blog habe ich den stadtbaumeister von zürich dahingehend zitiert, dass zürich eine sehr erfolgreiche stadt sei und deshalb fast keine brachen mehr habe; respektive umgekehrt, (in europa) nur noch «verliererstädte» brachen hätten. an derselben veranstaltungwurde jedoch auch ausgeführt, dass in «fertig gebauten» städten andere formen von brachen entstehen könnten (in zürich z.b. durch die ausnützungsziffer, die an und für sich noch enorm viel baulicher spielraum zulassen würde; sprich: verdichtung)

nun kurz zum gespräch mit sasha cisar
ausgehend von der in der einleitung genannten veranstaltung (sasha cisar war auch vor ort), machte er sich auf die suche nach anderen formen von brachen. er fand eine solche im löwenbräu-areal, und zwar in der form von einer kunstmonokultur (die sich mit wenigen ausnahmen über die ganze zürcher kunstlandschaft zieht). gerade im löwenbräu wird sehr gut sicht- und erlebbar, dass es zwischen kommerziellen und unkommerziellen kunsträumen so gut wie keine unterschiede (mehr) gibt. die (klassischen) ausstellungssettings wiederholen sich und in den jeweiligen ausstellungen ist plötzlich nicht mehr klar, in welchem museum oder in welcher galerie man sich gerade befindet (ähnliches liesse sich übrigens auch in der zürcher theaterlandschaft feststellen). 
so gesehen liegt hier ein grosses potentail brach, räumliche, gestalterische und künstlerische experimente zu wagen. diese kunsträume sind somit brachen, die darauf warten, wieder in vielfältigster weise bespielt und genutzt zu werden.

ich hoffe, dass ich in diesem blog noch mehr ansätze für neue formen von brachen präsentieren kann. bin für jeglich inputs offen.

zum bild: passend zum thema fand ich beim aufräumen nach der party partei party hinter dem club dieses sujet.