
Eye Candi im Juni: Philipp Graf
Hallo Philipp, magst du dich kurz vorstellen und etwas zu deinem Werdegang erzählen?
Ich bin Philipp Graf, wohnhaft in Zürich. Ich arbeite in der Kommunikation und entwickelte über die Jahre hinweg eine Nähe zum Bild und zur Bildsprache. Seit einigen Jahren beschäftige ich mich vor allem mit der Schwarz-Weiss-Fotografie und mit der Entwicklung einer eigenen Bildsprache.
Wo bist du daheim?
Physisch in Zürich. Geistig überall auf der Welt.
Und wo fühlst du dich daheim?
An speziellen Orten und mit interessanten Menschen.
Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Im Zentrum meiner Bildsprache steht die Sinnlichkeit des Alltäglichen – jene leisen Momente, die wir meist übersehen. Dabei bin ich der stille Beobachter. Darauf gründet auch jeweils der Titel zu den Bildern «Me and…». Meine Arbeiten entstehen aus diesem Spannungsfeld – klar, reduziert und mit einem feinen Gespür für visuelle Erzählkraft.
Was möchtest du damit auslösen?
Die leisen, kleinen Momente wertzuschätzen. Denn das Gute liegt so nah! Oder besser mit den Worten von Leïla Slimani, einer frz.-marokkanischen Schriftstellerin: «Ich bin kein Atheist des Lebens. O nein. Ich bin besessen vom Leben, ich bin ein glühender Anhänger des Lebens, das Leben erleuchtet mich, es zerreisst mich jeden Augenblick, ich liebe es, so wie es kommt, Freude, Glück, Schmerz, Stille.»
Welcher Song beflügelt dich?
Musik ist in meinem Leben ein zentrales Element! «Dance me to the end» von Leonard Cohen ist ein Song, der eine Sinnlichkeit ausdrückt, die ich auch in meinem Leben haben möchte und der für die Kraft der Liebe steht. Liebe ist alles.
Was macht dir, neben deiner Kunst, besonders Freude?
Drei Elemente sind in meinem Leben wichtig: Wie erwähnt, die Musik, dann handwerkliches Arbeiten sowie der soziale Austausch. Ich versuche ständig, diesen drei Dingen in meinem Leben genügend Platz einzuräumen. Denn ohne diese Sinne gibt es kein Leben.
Hast du ein Lieblingswerk unter deinen Stücken?
Nein, denn jedes Bild ist ein Teil von mir. Ich suche nicht nach Sujets, sondern halte spontan Momente fest, die in mir ein starkes Gefühl auslösen und auf mich in irgendeiner Form eine Sinnlichkeit ausstrahlen.
Meine Leser:innen werden nun einen Monat lang jeden Morgen deine Bilder in ihrem Posteingang finden. Möchtest du ihnen etwas mitgeben?
Gerne dieses Zitat von Jean Jacques Rousseau: «Nicht diejenigen Menschen haben am meisten gelebt, die am ältesten werden, sondern die, die am meisten gefühlt haben.»
