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07 Apr. 2026
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Good News Forever
Bild: Death to Stock

Good News Forever

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Kleiner Film, grosse Wirkung

Manchmal gewinnt bei den grossen Preisverleihungen nicht der lauteste, sondern der wichtigste Film. Bei den BAFTAs 2026 hat «Boong», ein Film in der Manipuri-Sprache aus Nordostindien, den Preis als bester Kinder- und Familienfilm geholt – und dabei Disney-Blockbuster hinter sich gelassen. Der Film erzählt die Geschichte von Boong, einem Jugen, der auf der Suche nach seinem Vater ist. Regisseurin Lakshmipriya Devi nutzte ihre Dankesrede bei der Award-Verleihung für einen Appell für Frieden.

Konflikte wie jener in Manipur schaffen es selten in unsere Nachrichtenschlaufen. Dass ein BAFTA-Gewinner jetzt Millionen Augen auf die Situation lenkt, ist mehr wert als jede Trophäe.

 

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Bild: Wikimedia

Die Welt atmet auf

Wer «saubere Stadtluft» bisher für eine romantische Illusion hielt – wie Einhörner oder günstige Wohnungen an zentraler Lage – darf folgendes zur Kenntnis nehmen: Laut einer Analyse von 100 Städten zwischen 2010 und 2024 haben 19 Grossstädte ihren Feinstaub- und Stickstoffdioxidausstoss um mindestens 20 Prozent gesenkt. Peking und Warschau führen die Liste mit fast 50 Prozent Reduktion an, Rotterdam und Amsterdam folgen dicht dahinter. Massnahmen: Elektrobusse, Velowegausbau, Kohleheizung-Verbote, Emissionszonen. Also alles Dinge, die machbar sind, wenn man denn will.

 

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Bild: UNSPLASH

Sechs neue nationale Forschungsprogramme

Die Schweizer Regierung hat 2026 sechs neue nationale Forschungsprogramme gestartet. Sie werden langfristig vom Bund und vom Schweizerischen Nationalfonds finanziert und sollen Forschung in wichtigen Zukunftsbereichen stärken. Drei davon werden – wie sollte es auch anders sein – von der ETH geleitet: Genesis, Precision und Clim+. Darin geht es um Themen mit globaler Relevanz: Klima, Grundlagenphysik, Ursprung des Lebens.

Clim+ untersucht extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Dürren oder Starkregen und wie Gesellschaften besser damit umgehen können – besonders relevant für die Schweiz, die sich etwa doppelt so schnell erwärmt wie der globale Durchschnitt.

Precision entwickelt Technologien für extrem präzise Messungen. Viele offene Fragen der Physik lassen sich nur beantworten, wenn wir physikalische Phänomene noch genauer messen können.

Genesis widmet sich einer der grössten Fragen der Wissenschaft: Wie entsteht Leben? Forschende untersuchen, wie sich aus unbelebter Materie erste biologische Systeme entwickeln und welche Bedingungen Leben auf Planeten möglich machen.

Die Projekte können bis zu zwölf Jahre laufen. Mit etwas Glück bringen sie schon früher Erkenntnisse, die unser Leben besser verständlich machen und vielleicht auch verbessern. Ein weiterer Pluspunkt: viele sichere Arbeitsplätze für Menschen in der Forschung.

 

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Bild: UNSPLASH / Taiana Bartolomei

Pferde machen Kehlgesang

Das einzigartige Geräusch, mit dem Pferde kommunizieren, nennt sich bekanntlich Wiehern. Lange war es für die Wissenschaft ein Rätsel. Denn die Tiere produzieren dabei eine Zweistimmigkeit mit gleichzeitig hohen und tiefen Tönen, die man sich nicht erklären konnte.

Nun hat ein Forschungsteam das Geheimnis des Wieherns gelüftet – indem es eine klitzekleine Kamera in die Nüstern von Pferden gesteckt hat, um den Vorgang zu beobachten. Das Ergebnis: Die Töne sind eine Art Pfeifen, das im Kehlkopf produziert wird. Pferde sind damit die einzigen bekannten Tiere, die gleichzeitig durch ihren Kehlkopf pfeifen und «singen» können. Die Forschenden vermuten, dass das zweistimmige Wiehern mehrere Botschaften gleichzeitig vermittelt und ein breiteres Spektrum an Gefühlen ausdrückt. Way to go, meine emotional kumminkativen Freunde auf vier Hufen.

 

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Bild: giphy.com

Wir sind wieder glücklicher

Ein Grund zum Frohlocken: Die Schweiz ist wieder in den Top 10 der glücklichsten Länder laut World Happiness Report (erschienen am 18./19. März). Während Helvetia im Jahr 2014 noch ganz oben auf dem Podest stand, sind wir in den Jahren danach so stark nach unten gerutscht, dass wir zuletzt sogar aus den Top 10 gefallen sind. 2024 reichte es nur für Platz 13.

Nun sind wir wieder unter den zehn glücklichsten Ländern – wobei «glücklich» hier bedeutet, wie zufrieden die Menschen mit ihrem Leben im Allgemeinen sind. Hoffentlich hält der Aufwärtstrend an und wir sind bald wieder ganz oben mit dabei. Nicht, weil wir gerne gewinnen (was natürlich auch der Fall ist), sondern weil Glücklichsein sowieso unser höchstes Ziel sein sollte.

 

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Bild: Barbara Steinemann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Walliser Suonen helfen gegen Klimakrise

Manchmal liegt die Lösung nicht im Neuen – manchmal reicht es, in Vergessenheit geratenes Wissen wieder hervorzugraben. So etwa im Fall der traditionellen Bewässerungsysteme im Wallis, genannt Suonen: Seit Jahrhunderten transportieren diese handgebauten Stein- oder Holzkänäle Gletscherwasser über mehrere Kilometer weit direkt zu den Feldern – ohne Pumpen, allein mit der Schwerkraft. Lange Zeit wenig beachtet, rücken diese traditionellen Bewässerungssysteme heute wieder ins Blickfeld der internationel Forschung (und seit 2023 gehören sie zum UNESCO-Weltkulturerbe). Aus gutem Grund: Sie könnten als Vorbild für andere Bergregionen weltweit dienen, fördern die Biodiversität und tragen dazu bei, den Grundwasserspiegel stabil zu halten.

 

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giphy.com / Kylie Millward

2000-jähriges Brot gefunden

Altes Brot auf dem Boden zu finden, ist normalerweise das Gegenteil von newsworthy. Handelt es sich dabei aber um ein Fladenbrot aus der Römerzeit, ist es schon fast eine Sensation. Denn Brot, weil organisch, ist normalerweise schon nach wenigen Wochen komplett zersetzt und weggefressen. In Windisch konnte man vor Kurzem aber ein intaktes Exemplar ausgraben, und zwar weil es komplett verkohlt war. So carbonisiert überlebt es Jahrhunderte – und wie in diesem Fall sogar rund zweitausend Jahre. Für Archäolog:innen ist dieser Fund wichtig, weil sie dadurch Informationen über damalige Ernährung, Backtechniken, Getreidesorten und vieles mehr erhalten. Für einmal sind also alle heilfroh, hat jemand beim Backen die Zeit vergessen.

 

 

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Bild: Sierra NiCole Narvaeth/Unsplash

Ultraschall-Pieps gegen Igelsterben

Neue Forschung hat gezeigt, dass Igel Dinge hören, die wir nicht hören: sehr hohe Frequenzen, irgendwo im Ultraschallbereich. Diese Erkenntnis soll jetzt genutzt werden, um den drastischen Igelschwund in Europa zu stoppen. Geschätzt ein Drittel aller Igel sterben nämlich im Strassenverkehr. Die Idee ist simpel: Autos sollen mit kleinen Geräten ausgestattet werden, die (für uns nicht hörbare) Töne im Hochfrequenz-Bereich aussenden und die Igel so warnen und von Strassen fernhalten – bevor ein Auto kommt.