
Meine Lieblingsfilme aus 2025

«The Roses» Schwarze Komödie von Jay Roach (mit Benedict Cumberbatch)
Die Handlung: Die Macht- und Rollenverteilung zwischen einem von aussen scheinbar perfekten Paar wird durch einen Schicksalsschlag auf den Kopf gestellt.
Durch einen Sturm wird Theos Karriere unerwartet abrupt beendet, während in derselben Nacht das Restaurant seiner Frau Ivy einen Durchbruch erlebt. Dies wirbelt die perfekte Fassade ihres vermeintlich idealen Lebens auf und entflammt einen Rosenkrieg, geprägt durch Wettbewerb und angestautem Groll.
«Bugonia» – Yorgos Lanthimos (Sci-Fi Komödie mit Emma Stone)
Die Handlung: Zwei von einer Verschwörung eingenommene Outsider versuchen die Menschheit vor Aliens zu retten – und entführen dazu eine erfolgreiche Geschäftsführerin, durch die sie den Kontakt zum Weltall herstellen wollen.
Ob es sich dabei um eine beissende Gesellschaftskritische Komödie über die Menschliche Schwäche zur Selbstdestruktion und der Verschwörung oder um einen Sci-Fi-Action-Thriller handelt wird erst in den letzten Minuten aufgelöst, Lanthimos jongliert bis zuletzt auf gewohnt grotesk humorvolle Weise mit den Sehgewohnheiten und dem Verstand des Publikums.
«Companion» von Drew Hancock (Sci-Fi Thriller mit Sophie Thatcher)
Die Handlung: Josh hat seine Freundin Iris zu einem Wochenendausflug auf ein Anwesen am See eines Bekannten eingeladen. Dort sollen sie zusammen mit seinen Freunden eine schöne Zeit verbringen. Doch die Partystimmung ist nur von kurzer Dauer.
Dieser Psycho-Thriller erinnert mich ein bisschen an eine Mischung zwischen Ex Machina und Black Mirror. Was als harmloser Wochenendausflug am See beginnt, entwickelt sich schnell zu einem düsteren, blutigen Psychospiel voller Geheimnisse und überraschender Wendungen. «Companion» hat mich mit seinen facettenreichen Charakteren und mitreissender Spannung überzeugt, auch wenn die Geschichte stellenweise vorhersehbar ist und der Ton zwischen Horror und schwarzem Humor schwankt.
Tipp: Am besten auf den Trailer verzichten – dieser verrät nähmlich schon viel zu viel.

Neuer Trend? Gothic Horror – Klassische Figuren in neuem Licht
Slasher Filme mit viel Lärm und flachem Plot waren gestern. Nach «Titane» und spätestens seit «The Substance» war klar, dass sich im Vorjahr ein Comeback des Body-Horrors abzeichnet. Dieses Jahr brachte das Genre nun zudem einige besondere Neuinterpretationen altbekannter Figuren aus Literaturklassikern. Vielleicht eine neue Trendentwicklung, die sich abzeichnet?
«Nosferatu» von Robert Eggers (Vampirklassiker mit Lily Rose Depp)
Mit «Nosferatu – Der Untote» verleiht Robert Eggers dem Vampirklassiker von 1922 eine düster-elegante Neuinterpretation. In opulenten Bildern und bedrückender Atmosphäre entfaltet sich die obsessive Beziehung zwischen Graf Orlock (Bill Skarsgård) und einer jungen Frau, gespielt von Lily-Rose Depp. Eggers bleibt dem Geist des Originals treu und schärft zugleich psychologischen Horror und Gothic-Romantik. Ein intensives, kompromissloses Genre-Erlebnis, das nicht ohne Grund mehrfach Oscar-nominiert wurde.

«Frankenstein» von Guillermo del Toro (Body Horror/Fantasy Drama mit Oscar Isaac, Christoph Waltz & Mia Goth)
Mit seiner Version von «Frankenstein» legt Guillermo del Toro eine bildgewaltige Neuinterpretation von Mary Shelleys Klassiker vor. Statt einer werkgetreuen Adaption rückt der Regisseur das tragische Geschöpf ins emotionale Zentrum und erzählt von Schuld, Vermessenheit und menschlicher Verantwortung. Opulent inszeniert und durchzogen von religiösen Motiven entfaltet sich eine düstere Beichte über einen Wissenschaftler, der gottgleich handeln will – und daran zerbricht. Del Toros Handschrift ist unverkennbar: ein melancholisches Monsterdrama voller Mitgefühl, das lange nachhallt.

«The Phoenician Scheme» von Wes Anderson (Schwarze Komödie mit Benicio del Toro)
Kein Filmemacher hat einen so unverkennbaren Stil wie Wes Anderson. In «The Phoenician Scheme» verdichtet er seine Handschrift zu einer trockenen Komödie. Benicio del Toro glänzt als exzentrischer Geschäftsmann Zsa-zsa Korda, dessen entfremdete, im Kloster lebende Tochter Liesl (Mia Threapleton) plötzlich zur Erbin wird. Komplettiert wird das emotionale Zentrum von Michael Cera als schrulligem Tutor und Anderson-Double. Hinter Pokerfaces und Deadpan-Humor erzählt der Film vom vorsichtigen Zueinanderfinden – getragen von perfektem Timing, pointierten Schnitten und einer Montage, bei der ein blosser Schnitt einen zum Schmunzeln zu bringen vermag.

«The Secret Agent» Brasilianischer Politthriller von Kleber Mendonça Filho
Tauche ein in eine kontrastreiche Welt zwischen ausgelassener Karnevalatmosphäre im São Paulo der 70er Jahre und dem gewaltgeprägten Leben unter der damaligen Militärdiktatur Brasiliens. Karnevalesk, politisch und packend. In «The Secret Agent» flieht der Akademiker Marcelo 1977 ins brasilianische Recife, um während der Karnevalswoche unterzutauchen und seinen Sohn wiederzusehen. Doch statt Sicherheit erwartet ihn ein fiebriger Albtraum zwischen Verfolgung, Verrat und Lebenslust. Ein stimmungsvoller Politthriller mit Samba, Suspense und grossen Gefühlen. Ausgezeichnet in Cannes, mit Wagner Moura in Bestform.
