
Ob die Limmatstadt das Zeug zur Metropole hat und wo es noch Luft nach oben gibt

Symbolische Bedeutung und Wiedererkennbarkeit
Sorry, Bern. Aber fragt man Menschen im Ausland nach einer Schweizer Stadt, fällt meist zuerst Zürich – oft noch neben Genf. Klar, die Limmatstadt wird international vor allem über recht allgemeingültige Schweizer Marker gelesen: Schokolade, Banken, Berge. Aber weil die meisten Menschen im Ausland sowieso kaum andere Schweizer Städte kennen, fallen diese Merkmale oft Zürich zu. Ich muss aber zugeben: Bei den Wahrzeichen hapert’s ein bisschen. Keine ikonische Skyline wie in Dubai oder Hongkong, kein typisch zürcherisches Lebensgefühl, das gegen aussen strahlt wie bei Paris oder Rom. Daran müssen wir definitiv noch arbeiten.
Woran die Stadt sonst so arbeitet, um Zürich noch lebenswerter zu machen und welche spannenden Projekte und Jobchancen daraus entstehen,
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Kulturelle Strahlkraft
Hier kann man – zumindest im europäischen Kontext – Zürich wirklich hoch einstufen: Kunsthaus, Schauspielhaus, Oper, dazu Street Parade, Filmfestival und eine Clubszene, die international mithalten kann. Hinzu kommen unzählige Kulturlokale und eine breite Gastroszene. Dafür braucht es auch viele Menschen mit kreativen Ideen und Elan – das kann Zürich bieten. In der Vergangenheit haben solche Menschen uns auch schon den einen oder anderen internationalen «Kulturcoup» beschert. Beispielsweise mit dem Dadaismus, der bekanntlich 1916 im Zürcher Niederdorf, genauer im Cabaret Voltaire, begründet wurde. Wir können also nicht nur Kunst, sondern auch Anti-Kunst. Eine andere kulturelle Erfolgsgeschichte Zürichs ist wohl der Einfluss der hiesigen Grafik auf die moderne, internationale Typografie. Der sogenannte «Swiss Style» (Helvetica und Co.) ist, wenn man ehrlich ist, nämlich vor allem ein «Zurich Style».
Im weltweiten Vergleich dürfte es für Zürich aber wohl dennoch nur zum Kulturgeheimtipp reichen. Aber Zürcher:innen wissen: Angebliche Geheimtipps sind nur einen Wimpernschlag vom Boom entfernt und das macht sie besonders attraktiv.
Längst kein Geheimtipp mehr: Bei der Stadt Zürich arbeiten. Hier gestalten, versorgen, schützen, organisieren – und engagieren sich Menschen in vielen sinnvollen Jobs.
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Wirtschaftliche Bedeutung und politischer Einfluss
Wirtschaftlich ist Zürich bekanntlich ganz vorne mit dabei: ein Finanzplatz mit globaler Vernetzung, starken Versicherungen, Vermögensverwaltung, Rohstoffhandel, dazu eine wachsende Tech-Szene. Wusstest du zum Beispiel, dass Google hier einen seiner grössten Standorte ausserhalb der USA hat? Internationale Konzerne steuern von Zürich aus ihre Weltgeschäfte. Entscheidungen, die hier getroffen werden, wirken weit über die Stadtgrenzen hinaus.
Politisch ist die Bedeutung der Stadt Zürich vor allem national relevant. Hier ziehen Bern mit dem Regierungssitz und Genf mit seinen grossen internationalen Organisationen an uns vorbei. Aber bekanntlich sind Wirtschaft und Politik eng verbunden. Komplett irrelevant ist Zürich also auch hier nicht.

Infrastruktur und Erreichbarkeit
Hat jemand Infrastruktur gesagt? Da spielt Zürich ganz vorne mit. Mit dem ÖV kommt man in jede Ecke der Stadt und von da aus auch überall sonst hin. Ein internationaler Flughafen liegt so nah an der Stadt wie kaum anderswo, Züge fahren in alle grossen und kleinen europäischen Städte. Auf dem Seeweg kann man Zürich zwar nicht erreichen, aber Schifffahren geht auf dem Zürichsee trotzdem. In Sachen Infrastruktur macht uns nun wirklich niemand etwas vor. Klingt doch ziemlich nach Global City, oder?
Gemeinsame urbane Identität
Für eine Weltstadt gilt: Ein Gefühl von Zusammengehörigkeit entsteht trotz Unterschiedlichkeit und gerade wegen Vielfalt. In Zürich zeigt sich das erstaunlich simpel: Zürcher:innen lieben es, Zürcher:innen zu sein. Und alle Nicht-Zürcher:innen finden sie genau deswegen ein bisschen überheblich. Mit New Yorker:innen ist es doch genauso. Mit Berliner:innen auch. Eben. Weltstadt.

Wissenschaft und Bildung
Wer in internationalen Uni- und Bildungsrankings blättert, stolpert ziemlich schnell über Zürich. ETH und Uni spielen international in der höchsten Liga, kluge Köpfe aus aller Welt zieht es hierhin, um zu forschen, zu tüfteln, zu lehren. Start-ups schiessen aus dem Boden, Spin-offs gleich hinterher. Apropos Innovation: Die ETH war bei ihrer Gründung 1855 selbst ein Innovationsprojekt, als erste landesweit zentralisierte technische Hochschule. Sie ist mit ein Grund dafür, dass Zürich heute überall mitmischt: in Robotik, KI, Klimaforschung, Medizin, Materialwissenschaften und vielem mehr. Dazu kommt ein dichtes Netz aus Fachhochschulen, Forschungsinstituten und internationalen Kooperationen, Austauschprogrammen, globalen Partnerschaften und Konferenzen. Bildung ist Teil unserer städtischen DNA. Wenn Weltstädte Orte sind, an denen Zukunft gedacht wird, dann ist man in Zürich an der Quelle.
Gäbe es ein internationales Ranking für Arbeitgebende, dann läge die Stadt Zürich mit Sicherheit ganz weit vorne: Mit gut 34 000 Mitarbeitenden in über 100 verschiedenen Berufen, die sich täglich für Gemeinwohl und Bevölkerung einsetzen.
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Fazit
Also, Weltstadt? Vielleicht fehlt dafür die dramatische Skyline, vielleicht auch der grosse Mythos. Aber Zürich ist vernetzt, vielseitig, voller Kultur, wirtschaftlich stark und wissenschaftlich an der Spitze. Eine Stadt, die ziemlich gut funktioniert.
Weltstadt wären wir gerne, aber weil wir irgendwie doch wissen, dass es dazu nicht ganz reicht, haben wir kollektiv beschlossen, genau das zu feiern: die kleinste Weltstadt der Welt und zugleich das grösste Dorf der Welt. Nicht umsonst war der Slogan von Zürich bis ins Jahr 2000 «Little Big City». Ob Weltstadt oder nicht, ist sowieso fast zweitrangig. Am Ende zählt doch mehr, wie wir uns selbst sehen. Eines ist klar: Im internationalen Vergleich lässt es sich hier verdammt gut leben, arbeiten und geniessen.
Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit der Stadt Zürich entstanden.