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07 Apr. 2026
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Ron hört Forever
Bild: Death to Stock

Ron hört Forever

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Bild: Pressebild

Chinese American Bear – «Mama (妈妈)»

Chinese American Bear verraten ihre Herkunft mit ihrem Namen. Das Duo ist auch abseits der Bühne ein Paar und lässt diese multinationale Verbindung in ihre Musik einfliessen: Lingbo Anne Tong und Bryce Barston verbinden Neo-Psych mit klassischen Canto-Pop - heraus kommt dabei ein catchy Mix, der sehr viel mehrheitsfähiger ist, als es die einzelnen Zutaten glauben lässt.

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Bild: Mary Middlefield | EP-Cover von «Wake Up!» 2026

Mary Middlefield – «Will You Take Me As I Am?

Schmerzhafte Erlebnisse können einen manchmal auch zu einer neuen Richtung anregen. Davon kann Mary Middlefield buchstäblich  ein Lied singen. Nach 15 Jahren Violinenunterricht und kurz vom dem Abschluss in Klassischer Musik erlebt sie, was es bedeutet Herzschmerz zu haben. Dies inspiriert einen Umbruch in ihrem musikalischen Schaffen. Während der Pandemie wechselt sie zu Pop und zieht aus ihren Erfahrungen Inspiration für ihr erstes Album. Mittlerweile hat sich die schweizer Künstlerin in der internationalen Musikszene als Songwriterin einen Namen gemacht. Mit ihrem neuen Album «Will You Take Me As I Am?», welches letzte Woche erschienen ist, wagt sie sich in die Gefilde des Rock, ohne dass sie dabei ihre introspektive Zerbrechlichkeit verliert. 

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Dalai Lama – «Inner World»

Wusstest du, dass der Dalai Lama, das spirituelle Oberhaupt des tibetischen Buddhismus, ein Album hat und damit auf den meisten gängigen Musikplattformen vertreten ist? Mir ist das erst vor Kurzem klar geworden und ich finde es faszinierend. Mir ist dadurch einfach noch einmal bewusst geworden, dass der Dalai Lama ein moderner Superstar ist, bei dem im Grunde alles, was er tut, newsworthy ist. Zugegeben, das Album wurde bereits 2020 zu seinem 85. Geburtstag veröffentlicht, ich bin einfach ein bisschen late to the party.

Der Dalai Lama sagt zum Projekt: «Music can help people in a way that I can’t.» Und alle Erlöse aus den Streams gehen an die persönliche Stiftung des 14. Dalai Lama, die sich für humanitäre Hilfe und interreligiösen Dialog einsetzt. Die Stiftung hat ihren Sitz übrigens in der Schweiz.

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Brigitte Calls Me Baby, Pressebild © Scarlet Page

Brigitte Calls Me Baby – «There Always»

The Smiths sind eine grossartige Band, aber seit sich Bandleader Morrissey dazu entschieden hat, zu einem der nervigsten Akteuren der Popgeschichte zu werden, haben die Songs der Kultband für mich einen Nachgeschmack. Zum Glück gibt’s jetzt aber Brigitte Calls Me Baby – eine US-Band, die es sich zum Ziel gemacht hat, so fest es irgendwie geht nach The Smiths zu klingen. Der Plan geht auf, auch wenn die Songs der Newcomer natürlich nicht ganz die Poesie oder Cleverness ihrer Vorbilder erreichen.
Seit dem 13. März ist das zweite Album des Quintetts erhältlich.

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Bild: zVg

Raboose – «Wachse & Welke»

Vor kurzem hat sich der Musiker und Rapper Gilles Riedweg aka Raboose mit einem neuen Album zurückgemeldet. Auf «Wachse & Welke» tut der Toggenburger, was er am besten kann: Sein Publikum mit ehrlicher Lyrik und smoothen Beats zu begeistern.
Ganze 22 Tracks sind auf der Platte, also fast doppelt so viele, wie man durchschnittlich auf aktuellen Alben sonst so hören kann. Das ist Absicht: Als Antwort auf seinen eigenen Struggle mit dem Druck der Industrie – mehr machen, grösser, besser, kommerzieller – hat er jetzt ein Konzeptalbum vorgelegt, dass auf Gelassenheit statt Druck und Mundart statt Standardsprache setzt. Ich bin beeindruckt und wünsche Raboose, dass die Erfahrung auch für ihn selbst ein «inneres Blumenpflücken» wird.

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Bild: © Augustin Rebetez

Baby Volcano – «Olor a fogota»

Baby Volcano ist zwar kein Geheimtipp mehr (gut möglich, dass ich sie dir schon mal vorgestellt habe), aber meiner Meinung nach zumindest auf unserer Seite des Röstigrabens immer noch viel zu unbekannt – und ihre Musik so kraftvoll und eigen, dass ich immer wieder hängen bleibe. Vor allem live ist die Jurassierin mit guatemaltekischen Wurzeln ein Erlebnis: Ihre Auftritte sind immer eine Mischung aus Konzert und Performance, mit ihrem neusten Bühnenprogramm «si me ves ir con todo, es porque a la noche lloro» ist sie hauptsächlich auf Theaterbühnen unterwegs. «Olor a fogota» wurde kürzlich von den unabhängigen Schweizer Musiklabels zum Song des Jahres 2025 gewählt.

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Bild: Polarbæren x La Nefera

Polarbæren x La Nefera – «SlowTon»

New Jazz kombiniert mit Latin Rap?! Ich war auch etwas skeptisch von dieser Kombination, wurde dann aber am diesjährigen m4music eines besseren belehrt: Die Kombination aus der Aargauer Nachwuchsband Polarbæren, die klar im Jazz zuhause ist, aber sich um Genregrenzen wenig scheren, und die Basler Rapperin mit dominikanischen Wurzeln La Nefera passt bestens zusammen. «SlowTon» ist ihre zweite gemeinsame Single und ich hoffe sehr, dass da noch mehr kommt.

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Pressebild

Augusta – «Make a River of My Spine»

Wenn ich Augusta höre, hab ich Lust meine verstaubte Gitarre auszupacken und mir jetzt doch endlich das Saitenzupfen beizubringen. Das feine Gitarrenspiel in den Folksongs der englisch-französischen Künstlerin inspiriert zum In-Sich-kehren, Augenschliessen und Genau-Hinhören. Die neue EP mit 5 Songs, «Make a River of My Spine», ist gerade erschienen und begleitet jetzt meine morgendliche Tasse Tee, während ich aus dem Fenster in den grünen Garten schaue.