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06 Mai 2026
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Stadt-Steckbrief Forever
Bilder: Death to Stock

Stadt-Steckbrief Forever

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Manchester

Keine Metro, eine Agglomeration die Depressionen auslöst und noch mehr Regentage als London. Während Englands Hauptstadt Liebe auf den ersten Blick war, will Manchester erlebt und erobert werden. 5 Facts & Figures zur ehemaligen Arbeiterstadt.

Einwohner:innen: 628'000 in der Stadt, knapp 3 Millionen im Grossraum
Touri-Attraktion zum Auslassen: Trafford Centre am Wochenende, es sei denn du magst Menschenmengen in Streetparade-Dichte.
Touri-Attraktion zum Verlieben: Die John Rylands Library. Neugotische Bibliothek aus dem 19. Jahrhundert, die aussieht, als hätte Hogwarts eine ernstere, intellektuellere Schwester
Unverpassbare Bar: Fab Cafe, die Location für durstige Popkultur-Nerds
Letztes ÖV in der Nacht: 1 Uhr

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Helvio ricina, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Bologna

«La dotta», «la rossa» und «la grassa» – die Gelehrte, die Rote und die Fette nennen die Italiener:innen die Stadt in der Emilia-Romagna. Erstes verdankt Bologna der 1088 gegründeten Universität, der ersten öffentlichen Bildungsinstitution Europas. Noch heute ist die Stadt von Studierenden geprägt. «Die Rote» heisst die Stadt sowohl wegen ihres rötlich schimmernden Häusermeers als auch wegen der politischen Orientierung. Und weil man in Bologna so richtig schlemmen kann, ist die Rede von «der Fetten». Sie ist Heimat von Tortellini, Mortadella und Tagliatelle mit Ragù alla Bolognese.
 

Einwohner:innen: 390'000 in der Stadt, etwas über 1 Mio. im Grossraum
Touri-Attraktion zum Auslassen: Santo Stefano, San Petronio, San Domenico, Santa Maria della Vita, Santa Maria die Servi – die Liste der Heiligen, denen in Bologna eine Kirche gewidmet ist, geht noch viel weiter. Und bestimmt ist jede sehenswert. Aber zumindest für Laien halt auch bald mal etwas repetitiv.
Touri-Attraktion zum Verlieben: Bologna ist eine Kulturstadt – viel spannender als ein Museum nach dem andern abzuklappern ist es aber, ziellos durch die Stadt zu spazieren und an jeder zweiten Ecke beeindruckende, humorvolle oder politische Street-Art-Werke zu entdecken. Die gibt’s nämlich en masse.
Unverpassbare Bar: Bella Vita – genug nah an der Piazza Maggiore für People-watching, aber nicht direkt am Hauptplatz, sondern in einem Seitengässchen, so dass die Gerichte authentisch statt massentauglich und die Preise moderat bleiben.
Ausflugsziel in der Nähe: Santuario della Madonna di San Luca. Ja, nochmal eine Kirche, aber eigentlich ist der Weg das Ziel: Von den Toren der Stadt führt er über 4 km zum Wallfahrtsort – bei jedem Wetter im Trockenen, weil die ganze Strecke unter genau 666 Unesco-denkmalgeschützten Arkaden verläuft. Und oben wartet eine herrliche Aussicht auf Stadt und grüne Hügel rundherum.

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Bild: Beata Makuch/Pexels

Brügge

Lust auf ein beschauliches Mittelalterstädtchen? Dann bist du richtig in Brügge. Der historische Stadtkern gehört zu den besterhaltenen in ganz Europa und trägt darum zurecht das Prädikat Unesco-Weltkulturerbe. Kopfsteinpflaster, Giebelhäuser blühenden Bäume und Grachten verleihen der Stadt etwas fast Unwirkliches – was mich dann an den Filmklassiker mit Colin Farrell und Brendan Gleeson, der hier spielt, denken liess: «In Bruges» nennt die Stadt ein Märchen – wer den Film kennt, weiss: Nur ist es halt eines, in dem nicht alles ganz so harmlos und beschaulich ist, wie es aussieht. Hier fünf Facts, die zeigen, warum Brügge mehr ist als nur eine hübsche Postkarte.

Einwohner:innen: 120'000 in der Stadt, 280'000 im Grossraum
Touri-Attraktion zum Auslassen: Bootstouren durch die Grachten und Kutschenfahrt durch die Altstadt. Klar, Brügge vom Wasser aus sehen klingt verlockend – aber dicht an dicht mit anderen Tourist:innen durch die Kanäle geschoben zu werden, ist weniger entspannt als ihnen entlang zu spazieren oder zu radeln.
Touri-Attraktion zum Verlieben: Einfach treiben lassen entlang der Grachten, besonders wenn die Stadt in der Frühlingssonne liegt. Rund um den Rozenhoedkaai spiegelt sich das Licht im Wasser. Damit du die ganze Romantik für dich hast: Am besten frühmorgens oder abends, wenn die Tagestrip-Reisegruppen noch nicht oder nicht mehr da sind.
Unverpassbare Bar: Le Trappiste – eine Bar in einem mittelalterlichen Kellergewölbe mit riesiger Bierauswahl. Perfekt, um sich einmal quer durch die belgische Bierkultur zu degustieren.
Ausflugsziel in der Nähe: Die Nordsee bei Oostende oder De Haan. Perfekt, um nach all den Waffeln, Frittes und Bieren mal durchzulüften.
 

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Bild: UNSPLASH / Alessandro Carrarini

Verona

Verona, die Stadt von Romeo & Julia! Ich war das letzte Mal in Verona direkt nach einem Beziehungsende und ja, der Trip war eigentlich als Love-Weekend geplant gewesen. Hier fünf Facts, die zeigen, dass sich Verona auch ohne Schmetterlinge im Bauch lohnt.

Einwohner:innen: 256'000 in der Stadt, knapp 640'000 im Grossraum
Touri-Attraktion zum Auslassen: Du ahnst es schon. Der Besuch des Balkons, von dem Julia angeblich ihren Romeo angeschmachtet hat, lohnt sich kaum.
Touri-Attraktion zum Verlieben: Wandern zwischen den antiken Stadtmauern. Starte beim Castel San Pietro und geh auf der Via Castel San Pietro am Campingplatz vorbei. Weiter nördlich stösst du irgendwann auf die alten Mauern. Einer der idyllischsten Orte rund um Verona.
Unverpassbare Bar: Tor Tor, eine kleine Weinbar in der Nähe der Arena. Perfekt für eine nachmittägliche Siesta – die darf dann gerne auch einmal mehrere Stunden und mehrere Flaschen lang dauern.
Ausflugsziel in der Nähe: Der Gardasee taugt nicht nur für Hochzeiten und Familienurlaube. Die historischen Zitrusanlagen versprühen Dolce-Vita-Flair und auf dem See lässt sich prima windsurfen.
 

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Bild: szegedtourism.hu

Szeged

Du magst Paprika? Dann ab nach Szeged. Hier ist das Gewürz schon fast eine Religion und wird in einem eigenen Museum entsprechend gewürdigt. Die Architektur ist überdurchschnittlich hübsch und deinen Vitamin D-Mangel wirst du hier ebenfalls los: Szeged hat über 2’000 Sonnenstunden im Jahr. 5 Facts & Figures zur Stadt.

Einwohner:innen: rund 160'000
Besonders attraktiv für: Architektur-Student:innen und andere Gebäude-Fans
Touri-Attraktion zum Verlieben: Das Votivkirche-Duo mit Domplatz. Neugotischer Prunk trifft studentisches Leben; bei Sonnenuntergang fast surreal schön.
Unverpassbare Bar: Grand Café, hier versammelt sich die alternative Szene für Filmvorführungen, Ausstellungen und andere schöngeistige Aktivitäten.
Letztes ÖV in der Nacht: ca. 23:30 Uhr (danach hilft nur noch Taxi oder ein langer Spaziergang entlang der Theiss)
 

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Bild: UNSPLASH / Clara Pfister

Leipzig

Über Leipzig sagen viele, es sei wie Berlin vor 20 Jahren. Manche meinen das positiv (viele Freiräume, unterschiedliche alternative Szenen), andere eher negativ (raues Stadtbild, beginnende Gentrifizierung). So oder so macht der Vergleich klar: Leipzig hat was. Und ist deshalb vielleicht ein lohnendes Ziel für deinen nächsten Städtetrip. Hier fünf Facts zur Vorbereitung:
 

 

Einwohner:innen: 620’000, gehört damit zum unteren Ende der Skala der 10 grössten Städte Deutschlands.
Touri-Attraktion zum Auslassen: Von Goethe in «Faust» verewigt, ist Auerbachs Keller ein Restaurant, das oft so überlaufen ist, dass der Aufenthalt keinen Spass mehr macht. Besser einfach noch einmal «Faust» lesen.
Unverpassbare Aktivität: Wer in Leipzig ist, muss ans Wasser. Flüsse, Kanäle, Auengebiet und das umliegende Neuseenland prägen den Charakter der Stadt. Ein Ausflug an einen der Badeseen, z.B. den «Kulki», darf im Sommer nicht fehlen.
Lokale Grussformel: In Leipzig wird das oft verhasste Sächsisch gesprochen. Wenn du reinpassen willst, dann sag statt Guten Morgen/Guten Abend: Morsch/N’amd.
Ideales Fortbewegungsmittel: Das Velo. Leipzig ist im Gegensatz zu anderen deutschen Städten ziemlich fahrradfreundlich, und da die Stadt eher kompakt ist, kommst du radelnd eigentlich überall hin.

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Bild: Pexels/Willian Justen

Lyon

«Capitale de la gastronomie» – so nennt sich Lyon selbst, und das ist keine leere Prahlerei. Die Stadt zwischen Rhône und Saône ist kulinarisch ernster zu nehmen als Paris, wilder als Genf und verkannter als sie es verdient. 5 Facts & Figures.

Einwohner:innen: 520'000 in der Stadt, rund 2,4 Millionen im Grossraum
Touri-Attraktion zum Auslassen: Fourvière. Die Aussicht über die Stadt ist schön, der Aufstieg touristisch durchoptimiert. Ein freundlicher Blick von unten tut’s auch.
Touri-Attraktion zum Verlieben: Die Traboules – versteckte Geheimwege und Durchgänge durch die Altstadthäuser, einst von Seidenwebern gebaut, später von der Résistance genutzt.
Unverpassbare Bar: Die Lyonnais trinken nicht (nur) in Bars – sie trinken auf Schiffen. Entlang der Rhône liegen dutzende Péniches, umgebaute Fluss-Lastkähnen, die als Bars und Clubs dienen, zum Beispiel «La Barge».
Ausflugsziel in der Nähe: Pérouges, 35 km nordöstlich. Ein mittelalterliches Dorf auf einem Hügel, so gut erhalten, dass es schon als Filmkulisse herhalten musste.

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Bild: UNSPLASH / Zdenek Fekar

Prag

Junggesellenabschiede, günstiger Alkohol, Nachtleben – Prag wird oft auf seinen Ruf als Partydestination reduziert. Doch die Stadt hat neben dem Vorteil, dass sie von uns aus relativ schnell und leicht zu erreichen ist, noch ganz viel anderes zu bieten, was nichts mit grölenden Menschengruppen zu tun hat:

Einwohner: 1’300’000, also ähnlich gross wie bspw. Mailand
Touri-Attraktion zum Ausprobieren: Die Wahrzeichen der Stadt erlebst du bei einem Spaziergang automatisch, teure Touren lohnen sich nicht. Wem der Weg zur Burg zu touristisch ist, sollte sich alternativ zum Žižkov Fernsehturm begeben: Auch hier kann man hochsteigen und die Aussicht geniessen, aber eben vom brutalistisch-futuristischen 80er-Jahre-Turm aus.
Lokale Küche zum Ausprobieren: Es ist ein Klischee, aber nirgends gibt es so gute Knödel wie in Prag. Egal ob Brotknödel (meine Lieblinge), Kartoffelknödel oder süsse Knödel.
Unverpassbare Bar: Das Bukowski’s ist bekannt für gute Cocktails, aber ohne viel Chichi. Zweimal in der Stadt vertreten.
Letztes ÖV in der Nacht: Ab ca. 00:30 Uhr stellt in Prag die Metro ihren Betrieb ein, dafür verkehren ab dann die Nachttrams – und zwar die ganze Nacht, bzw. bis die Metro wieder fährt.